„Ich habe immer eine offene Türe“

Julia Stadtfeld ist die neue Reinickendorfer Integrationsbeauftragte

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Wittenau/Bezirk – Seit 2015 arbeitet Julia Stadtfeld bereits im Reinickendorfer Bezirksamt und war zur Zeit der starken Zuwanderung von Geflüchteten Koordinatorin für Flüchtlingsfragen. Nun ist Julia Stadtfeld Integrationsbeauftragte geworden mit einem Team von sieben Kolleginnen und Kollegen. Sie ist die Nachfolgerin von Oliver Rabitsch, der in die Personalabteilung gewechselt ist.

In Reinickendorf leben 65.000 Menschen mit Migrationserfahrung. Sie lassen sich grob in drei Gruppen aufteilen: Gastarbeiter aus den 1960er-Jahren, die zum Teil schon in der dritten oder vierten Generation in Deutschland leben, Geflüchtete und zugewanderte Menschen aus EU-Ländern wie Polen, Italien, Rumänien und Bulgarien.

„Ich bin Ansprechperson für alle, die Fragen zur Integration und Migration haben“, sagt die 35-Jährige, die in einer Winzerfamilie an der Mosel aufgewachsen ist. Das können Menschen sein, die Probleme bei der Wohnungssuche haben aufgrund ihrer Herkunft, Ehrenamtliche, die Geflüchtete unterstützen möchten, soziale Träger – aber auch alle Kolleginnen und Kollegen innerhalb des Bezirksamtes, die integrationspolitische Fragen haben.

Wie Integration gelingen kann, erzählt Julia Stadtfeld mit dem folgendem Beispiel: Als im Märkischen Viertel der Bau von Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete bevorstand, wurden zuerst schriftliche Informationen in alle Haushalte verteilt. „Die Flyer kamen überhaupt nicht an“, erinnert sich Julia Stadtfeld. „Da haben wir Veranstaltungen vor Ort gemacht, die die Bewohnerinnen und Bewohner sehr zahlreich besucht haben“ erzählt sie, „bei denen wir ihnen im Dialog viele Ängste nehmen konnten und sie Verständnis entwickelt haben“.

Mit den rund 580.000 Euro aus dem Integrationsfonds können dieses Jahr 34 Projekte aus drei verschiedenen Abteilungen des Bezirksamtes umgesetzt werden. Eines dieser Projekte sind Integrationslotsinnen und Lotsen, die eine vertrauliche Vermittlerrolle zwischen den Neuzugewanderten und schon länger hier lebenden Menschen innehaben.

In Reinickendorf gibt es auch rund 30 Kulturvereine, über die es oft erst möglich ist, mit Menschen nichtdeutscher Herkunft in Kontakt zu kommen. „Diese Vereine sind sehr wichtig für uns, durch sie können wir diese Menschen ‚abholen‘“, erläutert Uwe Brockhausen, Stadtrat für Wirtschaft, Gesundheit, Integration und Soziales. Sie habe bereits an einigen Fastenbrechen und Begegnungsfesten teilgenommen, erinnert sich Julia Stadtfeld. Es geht auch um Vertrauen und die daraus resultierende Öffnung.

Das Ziel ihrer Arbeit ist, dass Menschen mit Zuwanderungserfahrung Chancen haben für eine gleichberechtigte Teilhabe in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens in Berlin und Reinickendorf. Julia Stadtfeld ist zuversichtlich und freut sich, die Menschen in Reinickendorf einander näher zu bringen.

mfk