Abschleppen fürs Wegschaffen

Hilferuf der BSR findet im Bezirk Gehör

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Ein Mitarbeiter der BSR bringt einen Müllcontainer zum Fahrzeug

Reinickendorf/Tegel/Hermsdorf/Berlin – Gerade nach Weihnachten und Silvester ist es wieder so deutlich geworden, wie zu keiner anderen Jahreszeit: Überquellende Mülltonnen zeugen von der Wichtigkeit der Dienste der BSR; wenn nichts mehr passt, sehnt man die Helfer in orange herbei. Und dennoch wird es deren Fahrern oft so schwer gemacht. Auch in Reinickendorf bleiben ihnen oft nur Zentimeter zum Durchkommen auf Straßen und Wegen. Das kostet Nerven und Zeit und manchmal hilft nur noch der Rückwärtsgang. Dann bleibt der Müll in dem entsprechenden Straßenabschnitt liegen. Weil das für alle Beteiligten unbefriedigend bis ärgerlich ist, stieß eine diesbezügliche Beschwerde der BSR beim Ordnungsamt des Bezirks auf offene Ohren: Stadtrat Sebastian Maack sicherte Unterstützung zu.

Im Rahmen eines Pilotprojekts sollen jetzt zunächst fünf Abschnitte rechtzeitig vor der Leerung durch das Ordnungsamt freigeräumt werden. Dazu werden alle falsch geparkten Fahrzeuge abgeschleppt, insbesondere an Kreuzungen oder wenn die Mindestdurchfahrbreite von 3,05 Metern klar unterschritten wird. Dazu Maack: „Die zugeparkten Straßen sind nicht nur für die BSR ein großes Problem, sondern auch für die Feuerwehr. Wir können das nicht einfach hinnehmen und warten bis jemand zu Schaden kommt. Wir brauchen neue Einsatzkonzepte, und genau darum geht es bei unserer Kooperation mit der BSR. Wir probieren das ein paar Wochen aus, werden das Ergebnis analysieren und dann weitermachen oder das Konzept anpassen.“

Ab Januar werden Falschparker hier konsequent abgeschleppt…

Dienstag:

• Berenhorststraße, Von-der-Gablenz-Straße, Belowstraße

• Thurgauer Straße, Huttwiler Weg

• Baseler Straße, Mudrackzeile, Sonnenweg, Mariabrunner Weg, Grindelwaldweg

Mittwoch:

• Am Lehnshof, Rundlingsteig, Bornepfad

Donnerstag:

• Stillachzeile, Illerzeile

BVG jetzt mit eigenen Abschleppwagen

Die BVG geht das Problem im Übrigen gerade ebenfalls an. Sie setzt ab 7. Januar erstmals eigene Abschleppwagen zur Räumung versperrter Abschnitte ein: Busspuren, Haltestellenbereiche, Straßenbahngleise. Zunächst soll das Ganze nur nachts geschehen, ob, wie und wann es auch tagsüber dazu kommt, soll die erste Zeit zeigen. Der Vorteil für die Verkehrsgesellschaft ist, dass sie nicht mehr darauf warten muss, dass die Polizei eine Räumung anordnet. Allerdings meldet die BVG der Behörde die Vorfälle nach wie vor; je nach Größe beziehungsweise Gewicht der störenden Fahrzeuge sind zwischen 208 und 650 Euro Gebühr für den Besitzer fällig.