„Du willst Respekt? Ich auch!“

Regenbogen e.V. leistet Aufklärungsarbeit

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Tegel – Auf einem Flyer steht: „Du willst Respekt? Ich auch.“ Daneben liegen andere Flyer zum LSBTI(Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender, Intersexuelle)-Treffpunkt in Reinickendorf und Infobroschüren zum Thema Aids und HIV. Der Regenbogen Reinickendorf e.V. hat zur Auftaktveranstaltung zur „Woche der sexuellen Gesundheit“ in die Kiezstube am Emstaler Platz geladen. „Wir wollten etwas zum Welt-Aids-Tag machen und sind so auf die Idee gekommen, in der Woche um den 1. Dezember mit Infoständen im Bezirk Aufklärungsarbeit zum Thema Aids zu leisten“, sagt Andreas Otto, der Vorsitzende des Vereins.

Die Aids-Beratung ist einer der Schwerpunkte im Beratungsangebot des noch jungen, erst im August 2018 gegründeten Vereins, der auch Hilfestellung beim Coming-Out, bei psychischen Problemen oder Diskriminierung gibt. Der Verein will Ansprechpartner für alle LSBTI-Menschen in Reinickendorf sein, und mit Informations- und Aufklärungsarbeit für gesellschaftliche Toleranz und Akzeptanz gegenüber Menschen mit anderer sexueller Orientierung werben.

„Die Idee zur Gründung des Vereins kam uns auf einer ‚queeren Dampferfahrt‘, die Reinickendorfer Abgeordnete anlässlich des Internationalen Tages gegen Homphobie organisiert hatten. Uns ist aufgefallen, dass es im ganzen Bezirk keine Anlauf- und Beratungstelle für Menschen gibt, die lesbisch, schwul, bi-, trans- oder intersexuell sind. Ich habe dann mit ein paar Mitstreitern den Verein gegründet. Wir sind zwar noch ein kleiner Verein und vielleicht noch nicht so bekannt im Bezirk. Aber ein Anfang ist gemacht“, erklärt der Vereinsvorsitzende.

Der Verein ist natürlich auf Spenden angewiesen und Andreas Otto ist froh, dass er für das Projekt zur „Woche der sexuellen Gesundheit“ Mittel aus dem Kiezfond des Bezirks gewinnen konnte, mit dem er den Infostand, Flyer, Werbematerial und die Auftaktveranstaltung mit Jens Ahrens, dem Referenten der Berliner Aids-Hilfe, finanzieren konnte. „An den Infoständen informieren wir über das Risiko, sich mit HIV und anderen sexuellen Krankheiten anzustecken und erklären, welche Präventions- und Interventionsmöglichkeiten heute es gibt.“

Auf die homophoben Schmierereien auf Stromkästen im Bezirk angesprochen (die RAZ berichtete), erklärt Andreas Otto, diese seien beleidigend und müssten zur Anzeige gebracht werden. „Ich glaube deshalb aber nicht, dass es in Reinickendorf mehr Homophobie gibt, als in anderen Bezirken. Als ich zum Beispiel in den Apotheke und Geschäften hier am Emstaler Platz Flyer für unseren Infostand ausgelegt habe, hatte ich nur positive Rückmeldungen. Die Leute haben gesagt: ‚Es ist gut, dass das mal jemand macht.‘“

Der Verein bietet jeden Donnerstag von 19 bis 21 Uhr mit seinem „LSBTI-Treffpunkt“ in der Kiezstube der Gewobag, Bottoper Weg 14, LSBTI-Menschen und deren Freunden und Familien die Möglichkeit, sich zu treffen, Beratung bei Problemen, Gespräch und Austausch zu finden. Mehr Informationen zum Verein finden sich im Internet auf regenbogen-reinickendorf.de crn