Rodeoritt oder Höhenflug – wie wird 2020?

Autopilot-Modus, Neujahrsvorsätze und noch einige andere Wege mehr zum Glück

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Nach den Weihnachtsfeiertagen ist es dann auch schon wieder bald soweit, einem guten Brauch zu folgen: Verwandten, Freunden und Bekannten wünscht man mit Glücksbringern alles Gute für das neue Jahr – meist per Textnachrichten über das Handy oder auch in Form einer Glückwunschkarte. Zu den glücksbringenden Symbolen gehört neben Schwein, Hufeisen und Fliegenpilz auch der Schornsteinfeger. Kaum jemand weiß, warum gerade der Schornsteinfeger ein Glückssymbol ist. Historisch erklärt wird dies oft so: Damals führten oft ungereinigte Kamine in noch strohdachgedeckten Häusern zu Bränden. Glück hatten diejenigen Hausbesitzer, deren Häuser nicht abbrannten, weil die Kamine gekehrt waren. Also Glück, weil der Schornsteinfeger da war.

„Weil das Bedürfnis nach Glück für das neue Jahr am größten ist, habe ich zum Jahreswechsel besonders viel zu tun und gehe auch gerne meiner Verpflichtung als Glückbringer nach“, erzählt Reinickendorfs Bezirksschornsteinfegermeister Sascha Graf. „Einer der für mich eindrucksvollsten und spannendsten Momente war, als ich in traditioneller Schornsteinfegerkluft den Jahreswechsel ins neue Jahrtausend am Brandenburger Tor erleben durfte. Dort war ich als Glückbringer für Tausende von Menschen unterwegs und wurde dementsprechend viel angefasst, umarmt und geküsst.“

Aber es gibt nur eine, die ihn rund um die Uhr anfassen und küssen darf, und das ist Rebecca Mailand-Graf – seine Ehefrau. Durch den Einfluss dieser dauerhaften Glücks- energie hat es die Konradshöherin nach einer Weiterbildung in Positiver Psychologie zu ihrer Berufung gemacht, Menschen zu helfen, sich auf das Positive auszurichten und die richtigen Stellschrauben für ihr Glück zu finden. So hat das Ehepaar im Juni die Berliner Glücksschmiede in Alt-Heiligensee 60 eröffnet, wo die Glücksenergie täglich aufgefrischt wird – denn dort ist der Bürositz des Schornsteinfegers. In stimmungsvoller Atmosphäre bietet hier die junge Glücksschmiedin Impulsvorträge, Workshops und Meditationen an.

„Ich möchte Menschen helfen, die einen anspruchsvollen und hektischen Alltag meistern und dadurch gefühlt im Autopilot-Modus funktionieren, die eigene Wahrnehmung auf das Glück im Alltag auszurichten und dabei ganz in der inneren Balance zu bleiben, egal, was im Außen passiert“, erklärt Mailand-Graf ihre Mission.

Für einen Start in ein glückliches und harmonisches Jahr 2020 hat die Glückstrainerin ein paar wertvolle Ratschläge:

1. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die schönen Dinge in Ihrem Leben. Fokussieren Sie sich in einer Dankbarkeits-Routine, was alles schon da ist, und wofür Sie bereits dankbar sein können.

2. Meditieren Sie. Eine Meditation bringt Sie in den jetzigen Moment zurück, und Sie erlernen, Einfluss auf Ihre Gedanken zu nehmen und diese zu lenken.

3. Üben Sie sich in Achtsamkeit, und genießen Sie das Hier und Jetzt. Versuchen Sie mit Ihrer Präsenz immer voll und ganz bei dem zu sein, was Sie gerade in dem Moment ausführen.

4. Machen Sie anderen Menschen eine Freude! Bereits mit einer kleinen und nicht alltäglichen Aufmerksamkeit können Sie etwas Großes im anderen auslösen. Dabei werden Sie erleben, dass nicht nur die beschenkte Person glücklich ist, sondern auch Sie selbst.

5. Legen Sie öfters mal Ihr Handy weg, und treffen Sie sich ohne Ablenkung mit lieben Menschen, die Ihnen Energie geben und mit denen Sie gerne zusammen Zeit verbringen.

6. Gehen Sie in die Natur, und schalten Sie alle ihre Sinne ein. Die bewusste Wahrnehmung der Natur bringt Sie zurück in ihre Entspannung und lädt Ihre Akkus wieder auf.

Viele Menschen beschließen gerade zum Jahreswechsel in der Feierlaune des Silvesterabends im nächsten Jahr nicht mehr zu rauchen, keinen Alkohol mehr zu trinken oder wieder in die Traumjeans aus dem vorletzten Sommer hineinzupassen. Schon nach einer Woche sind all diese guten Vorsätze oft wieder vergessen, tief abgetaucht in unbewusste Bereiche der Persönlichkeit, wo sie geduldig auf den nächsten Jahreswechsel warten. Geht das auch anders? „Die klare Antwort ist ein Ja!“, versichert Astrid Reincke, die mit ihrem Institut für Kreatives Leben und Therapie Menschen in einen guten Kontakt mit sich selber begleitet und unterstützt aus ihrer eigenen Mitte heraus, liebevoll und erfolgreich ihr Leben zu gestalten.

Zu neuer Bewusstheit gelangen

„Jedoch nur, wenn der Veränderungswunsch im Wachbewusstsein aktuell bleibt und mit Bewusstheit gelebt wird“, erklärt sie weiter. Wie geht nun das? Jede Veränderung, die ein Mensch anstrebt, beginnt mit einer neuen Bewusstheit. In eine neue Bewusstheit gelangt ein Mensch, indem er in sich den Bewusstseinsanteil findet, der zum Beispiel hoch motiviert ist, den ungesunden Rauch einer Zigarette gegen den Genuss klarer, frischer Luft einzutauschen. Wenn er den klaren Blick liebt und die Welt nicht mehr durch einen Nebel wahrnehmen möchte. Dieser Bewusstseinsanteil ist oft in der Silvesternacht stark. Schon am Neujahrestag beginnt der Bewusstseinsanteil wieder im alltäglichen Sein schwächer zu werden. Er braucht neues Futter, Nahrung, die im See des Unterbewusstseins ruht und durch therapeutische Hypnose ins Feld der Bewusstheit gelangt. Dort kann es “gegessen“ werden und damit den Teil der Persönlichkeit stärken, der zum Nichtraucher werden oder zum Wunschgewicht gelangen möchte. “Ich lebe vollkommen zufrieden, ohne überhaupt an Zigaretten zu denken“, ist ein Satz oder eine Bewusstheit, die sich in jedem Menschen findet und wirksam nutzen lässt. „Schließlich werden wir nicht als Raucher geboren“, behauptet die Hypnosetherapeutin. „Mit Hypnose lässt sich ein Leben in dieser oder einer ähnlich gesunden Bewusstheit verankern. So wird die letzte Zigarette eine leichte Übung.“ Sie ergibt sich aus einer neuen Bewusstheit, gewissermaßen als logische Folge von selbst.“

Aber es gibt noch viele andere gute Vorsätze. Wichtig ist, diese im Vorfeld auf ihre realistische Umsetzung zu prüfen. Zur Selbstkontrolle empfiehlt sich, sich selbst einen Brief zu schreiben mit einer Kleinigkeit, die man verändern möchte und einen Zeitpunkt festzulegen. Anhand einer Terminerinnerung im Handy lässt sich später der Änderungserfolg checken, um dann den nächsten Vorsatz anzugehen.

Weniger ist mehr

„Damit dies nicht im Alltagstrott zu anstrengend wird, weil man sich zu viel vorgenommen hat, sollte man in kleinen Schritten denken und handeln, frei nach dem Motto: Weniger ist mehr!“, empfiehlt die Frohnauer Diplomökotrophologin Manuela Marin. Empfehlenswert sind kleine konkrete und erreichbare Ziele klar zu formulieren: „Ich möchte jeden Monat ein Kilogramm oder fünf Kilogramm bis zum ersten April abnehmen.“ Wichtig dabei ist, sich immer wieder zwischendurch zu loben und belohnen, denn es ist eine tolle Sache, etwas für sich zu tun. Kleinere oder größere Rückschläge auf dem Weg zum Ziel sind dabei völlig normal und in Ordnung. Ein Neustart ist immer möglich – „trial and error“ (Versuch und Fehler) sind kein Versagen, sondern stärken die Willenskraft und das Durchhaltevermögen. „Wer sich mehr Sicherheit auf dem Weg zu seinem Ernährungsziel wünscht, sollte sich Gleichgesinnte oder eine fachkundige Beratung suchen“, animiert die Ernährungsberaterin.

Steht das Schicksal in Karten?

Wenn das letzte Kalenderblatt umgeblättert wird, unterzieht sich der Mensch einer kritischen Selbstreflexion. Er blickt oft auf das vergangene Jahr oder auch weiter zurück und zieht Bilanz. Daraus resultierend wünschen sich viele Leute, in die Zukunft sehen zu können. Beliebt war stets dafür das Bleigießen am Silvesterabend. Dafür wurde auf einem Löffel über einer Flamme geschmolzenes Blei in kaltes Wasser gekippt. Aus den meist nur undefinierbaren Klumpen galt es dann, eine möglichst positive Vorhersage herauszulesen. Neben Horoskopen und Tarotkarten gibt es noch zahlreiche andere Ansätze wie Wahrsagerei per Kristallkugel oder aus dem Kaffeesatz.

Einen etwas anderen Blickwinkel zu bekommen, bietet die Numerologie. Das Geheimnis der Zahlensymbolik beschäftigt die Menschen schon seit Jahrhunderten. In Namen und Geburtsdatum eines jeden Menschen sind Zahlenwerte enthalten, die eine bestimmte Bedeutung haben. Diese persönlichen Zahlen lassen Rückschlüsse auf den Charakter und den Lebensweg zu. Sie zu ermitteln und zu deuten, hat sich Persönlichkeitsberaterin Sabine Passlack zur Aufgabe gemacht. Aus ihrer ehemaligen Reinickendorfer Zeit hat sie noch viele Kunden aus dem Berliner Norden, die sich jährlich immer wieder neu von ihr in Zukunftsfragen beraten lassen. „Dass Zahlen sprechen können, habe ich in der Numerologie und durch praktische und persönliche Erfahrungen mit Menschen erfahren“, berichtet Passlack, die seit über 30 Jahren Menschen in beruflichen und privaten Veränderungsprozessen berät.

„Aus dem Vornamen einer Person lassen sich Wesenszüge erkennen, welche der Mensch ins Leben mitbringt. Im Nachnamen können Familienstrukturen erkannt werden. Mit Hilfe der Zahlenlehre lassen sich zusammengefasst einzelne Prognosen von der Kindheit bis ins Alter erkennen und aufschlüsseln.“ Sie ist fasziniert davon, wie klar und eindeutig die Zahlen die eigenen Potenziale und Stärken zeigen. Beispielsweise können die Namenszahl und eine Jahreszahl berechnet werden. Die unterschiedlichen Namen und Geburtstage lassen jeden Menschen die Jahreszahl etwas anders erleben. „Nach der Numerologie steht das Jahr 2020 unter anderem für Detailarbeit, Ordnung und Struktur, sowie der beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung. Im Job und Karriere stehen unsere organisatorischen Fähigkeiten im Vordergrund“, schlussfolgert Passlack: „Das Jahr 2020 steht für Arbeit, aber auch für Erfolg und Zielerreichung.“ dsd