Mittwoch, 30. November 2022
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Sanierung im Schneckentempo

Sanierung im Schneckentempo

Borsigwalde/Tegel – Fast 100 Jahre werden die beiden Reinickendorfer Ortsteile Borsigwalde und Tegel durch eine Brücke in der Ernststraße verbunden. Die Brücke war früher der tägliche Weg für Borsig-Mitarbeiter zu den Werksanlagen in Tegel, und noch heute ist die Schneckenbrücke eine wichtige Verbindung zwischen Borsigwalde und Tegel.

Der Reinickendorfer Abgeordnete Tim-Christopher Zeelen (CDU) machte sich gemeinsam mit Felix Schönebeck, Vorsitzender von I love Tegel e.V., vor einigen Jahren für die Sanierung der Schneckenbrücke stark. 2016 teilte der Senat mit, die Brücke solle im Jahr 2017 grundsaniert und in Kooperation mit einem Kunstprojekt deutlich aufgewertet und mit einer besseren Beleuchtung versehen werden. Bei der Ankündigung blieb es. Auf eine damalige Anfrage Zeelens an den Senat antwortete dieser, dass eine Realisierung aufgrund von Personalengpässen und anderen Prioritäten 2017 nicht erfolgen konnte. Als neuer Termin wurde das Jahr 2019 genannt. Auch in diesem Jahr passierte nichts. Zeelen stellte erneut eine Anfrage. Der Senat berief sich auf die gleichen Gründe, neuer angekündigter Termin: 2021. „Wir haben die klare Erwartung an den Senat, dass jetzt unverzüglich die Sanierungsmaßnahme erfolgt. Es kann nicht sein, dass der Termin wieder und wieder wegen struktureller Engpässe verschoben wird. Dann muss der Senat seine Probleme endlich in den Griff bekommen,“ ärgert sich Zeelen.

„Erst 2017, dann 2019 und jetzt 2021. Ich finde das unfassbar“, zeigt sich auch Schönebeck enttäuscht. Er hatte dem Senat vorgeschlagen, mit I love Tegel die Aufgänge der Brücke in Kooperation mit einem Street­art-Projekt aufzuwerten und nachhaltig gegen illegale Schmierereien zu schützen. Dabei sollte die Historie von Borsigwalde und Tegel aufgegriffen werden. „Wir hatten bereits sehr konkrete Pläne und auch Fördermittel in Aussicht. Diese sind aber immer an Zeiträume gebunden. Man hat uns zweimal damit im Regen stehen lassen. Wenn wir uns auf den Senat verlassen können, nehmen wir die Planung wieder auf,“ sagt Schönebeck.

Foto: Frank Marten

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