Dienstag, 29. November 2022
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„Weihnachten für alle“ in Borsigwalde

„Weihnachten für alle“ in Borsigwalde

68 Kindern werden am Weihnachtstag ihre ganz persönlichen Wünsche erfüllt. Dafür sorgt der Verein RABAUKE e.V. Dafür sorgt aber auch Kerstin Köppen. Die Vorsteherin der Bezirksverordnetenversammlung und Inhaberin des Reisebüros Knight Tours, die den Verein gemeinsam mit Stefan Valentin repräsentiert, macht den vom Bezirksamt gespendeten Weihnachtsbaum zu einem wahren Wunschbaum – und das seit nunmehr 14 Jahren.

Frau Köppen, wie funktioniert die Aktion?

„Weihnachten für alle“ bedeutet, dass 68 Reinickendorfer Kindern, die am Heiligabend eine eher schmale Bescherung zu erwarten haben, ein besonderer Weihnachtswunsch erfüllt werden soll. Dazu werden die Wunschkarten dieser jungen Reinickendorfer ab dem ersten Adventswochenende an die vom Bezirksamt aufgestellte und geschmückte Tanne angehängt. Sie befindet sich in diesem Jahr an der Ecke Ernst- und Schubartstraße. Auf den Wunschkarten steht dann zum Beispiel „Junge, 4 Jahre, Lego Duplo für 20 Euro“ drauf.

Woher wählen Sie die Kinder aus, die ihren Wunsch an den Baum hängen dürfen?

Ich wende mich im Herbst an die sozialen Einrichtungen, Schulen und Kitas im Kiez, die ganz genau diejenigen Mädchen und Jungen kennen, die – aus den unterschiedlichsten Gründen – keinerlei Geschenke zu Weihnachten erhalten werden. Sie nehmen Kontakt mit den Eltern persönlich auf und erforschen, was das Kind sich wünscht. Und vor den Herbstferien erhalte ich dann von den einzelnen Einrichtungen eine anonymisierte Liste, mit der dann meine Arbeit erst richtig losgeht.

Was tun Sie denn dann?

Ich recherchiere die Preise der einzelnen Geschenke, kaufe sie alle ein und verpacke sie in Geschenkpapier. Der nächste Schritt: Für jeden Wunsch fertige ich ein kleines Wunschkärtchen an, das dann an den Weihnachtsbaum gehängt wird.

Wie geht es dann weiter?

Die Spender nehmen eine dieser Karten ab und begleichen den dort aufgeführten Gegenwert im Reisebüro „Knight Tours“ in der Ernststraße 56. Die Mitglieder vom RABAUKE e.V. tragen dann dafür Sorge, dass die Präsente rechtzeitig zum Fest ihre jungen Adressaten erreichen.

Das ist eine tolle Aktion.

Ja, das stimmt. Der Verein wurde mit dieser Aktion im vergangenen Jahr sogar mit dem erstmals verliehenen „Eberhard-Diepgen-Preis für sozialen Zusammenhalt“ ausgezeichnet.

Das funktioniert aber auch nur durch die Mithilfe der Reinickendorferinnen und Reinickendorfer, oder?

Ja, ohne sie geht es nicht. Unsere Aktion ist durch die Großzügigkeit der Bevölkerung von Jahr zu Jahr gewachsen. Nur mit deren Unterstützung können wir so vielen Kindern am Weihnachtsabend eine fröhliche Bescherung bereiten. Und es sind viele, die schon langjährig mitmachen und spenden.

Was ist, wenn Leute nicht so viel Geld zur Verfügung haben, um ein komplettes Geschenk zu bezahlen?

Wir haben im Reisebüro eine Spendenbox, in die kleinere Beträge eingeworfen werden können. Ob 10 Cent oder 1 Euro – jede Spende zählt. Von diesem Geld kaufe ich Süßes für die bunten Teller, die jedes Kind zusätzlich erhält.

Vielen Dank für das Gespräch

Interview Christiane Flechtner

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