Wenn die Müllpuppen tanzen

Heiligenseer Musical-Profi bringt Berliner Kinder auf die Bühne

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Bunte Truppe: Musical-Kinder in voller Kostümierung, Bild: kmtb
Bunte Truppe: Musical-Kinder in voller Kostümierung, Bild: kmtb

Bezirk – Frohe Kunde für alle Fans von Kindermusicals: Auch diesen Dezember werden 120 Kinder aus zehn Nationen, von fünf bis 17 Jahren, eine professionell inszenierte Show darbieten. Dafür hat das von einem Heiligenseer gegründete Kinder-Musical-Theater Berlin e.V. über ein halbes Jahr geprobt. Mit anderen Worten: Das im Frühjahr in der RAZ angekündigte Kinder-Casting hat sich gelohnt: Zwölf „Nachwüchsler“ haben die Anforderungen erfüllt. Sie sollten intelligent sein, verständlich sprechen und sich rhythmisch bewegen können. Gar nicht so einfach heutzutage, da kulturelle Betreuung an den Schulen immer weniger wird.

Auch deshalb haben vor rund 15 Jahren Ex-Friedrichstadt-Profi Volkmar Neumann und seine Mitstreiter ihren Kindermusical-Verein gegründet. Zielsetzung: Kindern zu helfen, sinnvoll ihre Freizeit zu gestalten. Dazu soll in Berlin ein professionelles Kindermusicaltheater aufgebaut werden, das jungen Talenten eine Bühnenkarriere ermöglicht. Hier bekommen Vereinsmitglieder sehr günstigen Unterricht in Schauspiel, Sprecherziehung, Gesang und Stimmbildung.

Ob Starallüren und neurotische Kinderstars ein Thema sind? Nee, dafür stehen respektvolles Miteinander, Toleranz sowie Vielfalt im Mittelpunkt. Die Stärken des Einzelnen werden gefördert sowie Schwächen ausgeglichen. Das Ensemble sorgt laut Neumann dafür, dass sich die Kinder in dieser Gemeinschaft wohlfühlen. Apropos wohlfühlen: Die Kontakte zu Eltern und Schule funktionieren sehr gut. So helfen 20 Eltern hinter der Bühne bei Maske, Kostümen sowie als Bühnenarbeiter.

Das Stück „Berlin ist cool“ spielt als modernes Upcycling-Märchen auf einer Berliner Deponie und handelt von weggeworfenen Puppen, die von der eitlen Zauberin und Müllhalden-Queen Aresina beherrscht werden. Die einzige Hoffnung aller Puppen, jemals wieder diesem Unglücksort zu entkommen ist der „Dolly Day“. An diesem Tag wird unter allen Puppen eine einzige erwählt, die wieder in die Oberwelt zurückkehren darf…

So greift das Stück unter Leitung von Volkmar Neumann und Barbara Radunz mit Musik von Michael Hansen aktuelle Problemstellungen der Wegwerfgesellschaft auf. Hinzu kommen Konflikte zwischen ethnischen und sozialen Gruppen sowie Themen von Macht, Unterdrückung und Gruppenzwang. Die Handlung zeigt, dass niemand diesen Zwängen ausgeliefert sein muss. Wir alle können unsere Situation ändern durch Mut, gegenseitige Unterstützung und gemeinsames Handeln!

Spielzeit vor- oder nachmittags in der Urania vom 7. bis 29. Dezember. Tickets gibt es online, telefonisch oder per E-Mail. Hotline: +49 30 – 218 90 91 Mail: cool@kmtb.de Web: www.urania.de/programm Doch warum nur in der Urania? Vielleicht mal was für Reinickendorf, wenn schon ein Heiligenseer inszeniert? Also bitte mal aufhorchen im Ernst-Reuter-Saal, Fontane-Haus sowie der Reinickendorfer Jugendkunstschule.

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Wie heißt die Müllhalden-Queen? Unter allen richtigen Einsendungen werden 4 x 3 Karten verlost. Antworten bitte bis 11.11.19 an mit Name, Tel. und Kennwort „Dolly Day“ an Gewinnspiel_RAZ@raz-verlag.de senden.