Wie lässt sich das Strandbad Tegel retten?

Konzeptverfahren zur Wiederaufnahme des Bades gestartet, es läuft noch bis zum 22. Oktober

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Badesee
Bild: Anja Jönsson

Tegel – Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) hat im Auftrag der Berliner Bäder-Betriebe (BBB) ein Konzeptverfahren für das im Jahr 2016 geschlossene Strandbad Tegel unter dem Titel „Tradition sucht Innovation“ gestartet. Auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Grundstück entlang des Schwarzen Weges soll dem Exposé nach „schnellstmöglich wieder der öffentliche saisonale Badebetrieb aufgenommen werden“. Klingt hoffnungsvoll, die Rahmenbedingungen für einen neuen Betreiber beziehungsweise Pächter sind jedoch schwierig: Das Nutzungskonzept soll unter anderem Angaben zur Aufrechterhaltung des Badebetriebs in der Zeit von Mai bis Ende August, zu Freizeitangeboten, zur gastronomischen Versorgung und zur baulichen Unterhaltung, aber auch Angaben zum Investment und zur Finanzierung enthalten. 

Die Bedingungen stoßen jedenfalls auf Kritik. „Im Exposé wird von einer guten Verkehrsanbindung Tegels gesprochen. Das Strandbad selbst ist aber überhaupt nicht angebunden. Der im Sommer doch recht beschwerliche 1,3 Kilometer lange Weg durch den Wald von der nächstgelegenen Bushaltestelle wird als ‚idyllischer Fußweg durch den Tegeler Forst verkauft‘. Wir brauchen endlich das Signal der BVG, dass wieder eine Buslinie bis vor das Strandbad fährt“, fordert Felix Schönebeck, Vorsitzender des I love Tegel e.V. und CDU-Bezirksverordneter im Rathaus Reinickendorf. 

Auch Schönebecks Kollege aus dem Berliner Abgeordnetenhaus, Tim-Christopher Zeelen (CDU), kritisiert die schlechte Anbindung: „Der Waldparkplatz vor dem Strandbad steht laut Exposé allen Waldbesuchern zur Verfügung. Die Kapazität des Parkplatzes ist an sommerlichen Tagen nahezu immer ausgeschöpft. Dennoch lehnen die Berliner Forsten eine zumindest teilweise Vermietung an den Betreiber des Strandbads Tegel oder den Ausbau des Parkplatzes ab.“ Weiterer Knackpunkt: Im Jahr 2018 wurde entsprechend wasserbehördlicher Auflagen die Abwasseranlage auf dem Grundstück dauerhaft außer Betrieb gesetzt und mit Beton verfüllt. Für eine künftige Nutzung ist eine völlig neue, doppelwandige Abwasseranlage unter Berücksichtigung der Lage im Wasserschutzgebiet zu errichten. Die Kosten in Millionenhöhe soll offensichtlich der private Betreiber zahlen. Eine finanzielle Unterstützung seitens der BBB oder des Berliner Senats ist nicht vorgesehen.

„Völlig unverständlich“, findet das Felix Schönebeck. Der Bezirkspolitiker ist der Meinung, das Land Berlin müsse eine Finanzspritze gewähren: „Es ist eigentlich Aufgabe der Bäder-Betriebe, Bäder zu betreiben und in Schuss zu halten.“

Das Konzeptverfahren endet am 22. Oktober um 10 Uhr. Bis dahin können Konzepte bei der BIM eingereicht werden. Die Jurysitzung wird voraussichtlich am 26. November stattfinden. 

Interessenten können das Areal am 25. September um 10 Uhr und am 9. Oktober um 15 Uhr besichtigen. Eine Anmeldung per E-Mail an strandbadtegel@bim-berlin.de ist erforderlich.