Flatterband für Flattertiere

Arterkennungshunde sorgen für Schutzmaßnahmen

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Der Heldbock

Reinickendorf – Oje, Flatterbänder an Bäumen auf dem KaBon-Gelände … Da befürchtete der Anrufer bei der RAZ-Redaktion schon Schlimmes. Stehen dort etwa die nächsten Abholzungsarbeiten an? Dabei seien das doch so schöne Schattenspender, die dort markiert seien, berichtete er Ende Juli. Tatsächlich aber ist dort etwas ganz Anderes im Gange, das Gegenteil, möchte man meinen. Denn bei der Kennzeichnung dreht es sich um eine Schutzmaßnahme, wie die RAZ zwischenzeitlich von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erfuhr!

„Es besteht derzeit […] keine Absicht, das Areal zu roden“, ließ Sprecher Derk Ehlert wissen: „Die Bäume mit besonderem Wert wurden im Rahmen einer Erfassung von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten mit Flatterband gekennzeichnet. Die Baumbestände wurden auf Großhöhlen, Rinnen und Spalten untersucht, die potenzielle Quartiere für Vögel, Fledermäuse oder Großkäferarten wie Heldbock und Eremit sein können.“

Dazu seien Ende letzten Monats sogar ganz besondere Spürnasen im Einsatz gewesen: „Zum Erfassen wurden im ersten Schritt Arterkennungshunde eingesetzt. Diese Hunde sind speziell darauf abgerichtet, Fledermausquartiere und die von Heldbock oder Eremit besiedelten Bäume zu identifizieren.“

Damit erklärt sich auch die Tatsache, die der RAZ-Leser geschildert hatte, von Maßnahmen halb in der Nacht nämlich: „Aufgrund der hohen Tagestemperaturen haben die Hundeführer bereits in den frühen Morgenstunden mit ihrer Arbeit begonnen und waren bereits ab 4.30 Uhr im Gelände tätig. Abgerichtete Hunde können den Bearbeitungsumfang der anschließend kartierenden Biologen deutlich reduzieren, wenn die im ersten Kontrollgang festgestellten, auffälligen Bäume bereits markiert werden. Nach der finalen Kontrolle durch die Biologen werden die Bänder wieder entfernt.“