Mit dem Rad durch den Wald

Bike-Touren im Internet

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Heiligensee – Ohne ihr Fahrrad geht nicht viel bei Cathrin Baer. Da biegt sie auch schon um die Ecke zum Treff mit der RAZ an der Greenwichpromenade. Das Rad macht einen robusten Eindruck, hat 29er Felgen, hydraulische Scheibenbremsen und Stollenbereifung. Das ist wichtig, schließlich ist die Heiligenseerin gern auch mal „offroad“ über Stock und Stein unterwegs. Öfter als auf der Straße. „Asphalt ist nicht so mein Ding, ich fahre lieber über Waldwege – abseits vom Trubel. Und weg von Autofahrern, die glauben, die Straße gehöre ihnen allein. Auf der Heiligenseestraße passiert mir immer wieder mal, dass ich angehupt werde.“

Über ihre Touren schreibt Cathrin Baer im Internet. Sie betreibt eine eigene Homepage (landbesuch.de) und ist auch auf der Seite outdooractive.com zu lesen, dem nach eigenen Angaben größten Portal für Outdoor-Aktivitäten in Europa. Mit Streckenbeschreibungen und GPX-basierten Karten, die man sich runterladen kann, wenn man die Strecke nachfahren will. Dazu gibt Cathrin Baer Hinweise auch auf Einkehrmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten an der Strecke. Kürzlich hat sie sich eine Radkarte vom Bezirksamt besorgt. „Die ist von 2013, eine neuere gibt es nicht. Meine Güte, Reinickendorf ist so ein schöner Bezirk mit so viel Wasser. Da lässt man einiges an touristischem Potenzial ungenutzt.“

Auf ihrer Homepage stellt sie viele Fotos ein, aufgenommen mit dem Handy: „Beim Kauf habe ich auf ein gutes Objektiv geachtet.“ Ihre eigene Homepage will sie aufpeppen: „Ich werde das ,Outfit‘ umgestalten, noch mehr Informationen und Struktur hineinbringen und weniger Schnörkel. Eine Streckenbeschreibung eines Heiligenseer Wanderweges oder Radwanderweges wird demnächst erscheinen. Also, es gibt noch viel zu tun.“  Fahrrad fährt sie von Kindesbeinen an. „Das war schon immer mein erstes Fortbewegungsmittel“, sagt sie. „Als fast niemand im Entferntesten daran gedacht hat, Wege mit dem Rad statt dem Auto zurückzulegen, habe ich das gemacht.“ Nach Spandau und nach Kladow, wo sie beruflich zu tun hatte. Ihre Heimat aber war immer Reinickendorf – und vor 35 Jahren zog sie nach Heiligensee. „Ich bin Heiligenseerin, aber so was von“, sagt sie im Brustton der Überzeugung. 

Ihr genaues Alter mag sie nicht verraten, nur so viel: „Vorn steht seit ein paar Jahren eine Fünf.“ Also einigen wir uns auf Mittfünfzigerin, und man ist ja ohnehin nur so alt wie man sich fühlt. „Morgens älter als abends“, sagt sie und lacht. Drei Jungs hat sie mit ihrem Ehemann, ein ähnlich passionierter Radler wie sie ist nicht dabei. „Mein mittlerer war aktiver Wasserballer, aber für das Fahrrad konnte ich weder ihn noch die beiden anderen begeistern.“ Ihr Mann ist manchmal mit von der Partie, etwa vor drei Jahren, als die Baers mit einem befreundeten Pärchen von Zittau nach Frankfurt/Oder gefahren sind. Ein Jahr später wurde die Route fortgesetzt, von Frankfurt nach Stettin. „Ich plane die Touren – und die anderen kommen dann mit“, sagt Cathrin. 

Natürlich hat sie Pläne für die nähere Zukunft. Der 66-Seen-Rundwanderweg mit dem Rad ist ein Projekt, das grüne Band mitten durch Deutschland über den ehemaligen Todesstreifen ein weiteres. „Das möchte ich unbedingt mal machen. Das ist Natur pur und dazu total geschichtsträchtig.“ Von Catrin Baer wird sicher noch viel zu lesen sein.                                 bek