Maulwürfe müssen neues Revier suchen

Der Fußballplatz an der Seebadstraße wird nach langem Hin und Her endlich saniert

625
Das Gras steht kniehoch, die Schafgarbe gedeiht prächtig. Einst war das Biotop an der Seebadstraße mal ein richtig gepflegter Rasenplatz. Bis die Maulwürfe kamen.

Hermsdorf – Er war in den letzten Jahren eher ein Paradies für Maulwürfe, für Wühlmäuse und auch für Wildschweine. Der Sportplatz des VfB Hermsdorf an der Seebadstraße erinnerte mit den Erdhügeln und dem hochgewachsenen Gras eher an ein Biotop denn an eine gepflegte Sportanlage. Seit 2014 war der Naturrasen immer wieder nur eingeschränkt nutzbar und seit einem Jahr wegen massiver Schäden und der daraus resultierenden Unfallgefahr komplett für den Trainings- und Spielbetrieb gesperrt.

Doch damit wird nun bald Schluss sein. Der Sportplatz wird saniert, der Naturrasenplatz wird in einen modernen Kunstrasenplatz umgewandelt. Die Vermesser waren schon da, im Herbst soll mit dem Unterbau begonnen werden. „Wir hoffen, dass der Umbau im nächsten Sommer abgeschlossen sein wird“, sagt VfB-Präsident Werner Sauerwein.

Mit der Entscheidung für den neuen Kunstrasenplatz endet ein politisches Ränkespiel. Die Sanierung des Platzes stand ganz oben auf der Liste des Reinickendorfer Bezirksamtes, das dafür im Frühjahr bei der Senatsverwaltung für Finanzen aus dem Programm „Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt“ (SIWANA) Mittel beantragt hatte. Aber die Prioritätenliste wurde verändert, plötzlich stand die Sanierung der Sportanlage Seebadstraße nicht mehr ganz oben. „Bei keinem anderen Bezirk wurde die Liste verändert, nur bei der aus Reinickendorf“, wunderte sich Sauerwein.

Aber Bürgermeister Frank Balzer erklärte die Angelegenheit zur Chefsache. Und hatte schließlich Erfolg. Die Mittel kommen nun aus dem Kommunalinvestitionsprogramm. Laut Sauerwein geht es um ein Volumen von 1,3 Millionen Euro, neben dem Platz-Umbau sollen auch die 100-Meter-Bahn und die Sprunggrube saniert werden.

Die Fußballer des Vereins jedenfalls können aufatmen. Seit dem Herbst letzten Jahres fand auf dem eigentlichen Heimplatz kein Training mehr, geschweige denn ein Spiel um Meisterschaftspunkte statt. Die Kicker mussten mit dem kleinen Kunstrasenplatz vorliebnehmen, der im Übrigen auch sanierungsbedürftig ist. Es wurde eng im Trainingsbetrieb, sogar die 1. Mannschaft hatte den Kunstrasen nie für sich allein. Teilweise wurde auf den Platz an der Heidenheimer Straße ausgewichen. „Wir hatten durch die eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten einige Austritte von Kindern und Jugendlichen zu verzeichnen“, sagt Sauerwein. „Bloß gut, dass es nun endlich vorangeht.”