Freitag, 30. September 2022
Start Politik | Wirtschaft Diskussion wird neu befeuert

Diskussion wird neu befeuert

Diskussion wird neu befeuert
Bild: Bernd Karkossa

Lübars – Das Thema „Reaktivierung des Alten Bernauer Heerwegs“ geht in die nächste Runde. Die Anwohner der Straße sind gegen eine Ertüchtigung, die ein erhöhtes Verkehrsaufkommen vor ihrer Haustür bedeuten würde. In der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im Oktober 2018 jedoch war eine Empfehlung der CDU zur Öffnung mit den Stimmen von FDP und AfD beschlossen worden. SPD, Linke und Grüne waren dagegen. Der Vorschlag ist Teil eines Maßnahmepakets, das sich mit Entlastungsvarianten für die Zeit der Sanierung der A111 befasst. In der darauffolgenden BVV im November gab es gleich sieben Einwohneranfragen zum Thema (die RAZ berichtete). Nun melden sich Anwohner der Straße Alt-Lübars zu Wort, die derzeit unter dem heftigen Verkehr in ihrer Straße leiden. Sie fordern die Reaktivierung des Alten Bernauer Heerwegs, um die Straße Alt-Lübars sowie den Zabel-Krüger-Damm und den Öschelbronner Weg zu entlasten. Betroffen seien 22 Familien auf 17 Grundstücken in Alt-Lübars und weit mehr als 100 Familien an den beiden anderen Straßen.

Dr. Eva Rademacher als Sprecherin der Initiative hat dazu eine Petition an die zuständige Stadträtin Katrin Schultze-Berndt sowie in Kopie an Bürgermeister Frank Balzer und die in der BVV vertretenen Fraktionen eingereicht. Mit einer Unterschriftenaktion wolle die Initiative ihren Wünschen noch mehr Nachdruck verleihen. In der Petition heißt es sinngemäß, dass den vielen betroffenen Familien lediglich acht Anlieger beziehungsweise zehn Häuser des Alten Bernauer Heerweges gegenüber stehen, die von der Öffnung zur Wittenauer Straße direkt betroffen wären. Weiter heißt es: „Wir möchten niemandem ein hohes Verkehrsaufkommen vor seiner Haustür wünschen, aber wer Auto fährt, muss auch eine Straße vor seinem Haus dulden, nicht nur vor den Häusern der anderen.“

„Das Verkehrsaufkommen in unserer schmalen Straße nimmt langsam ein furchterregendes Ausmaß an“, sagt auch der in Alt-Lübars ansässige Rainer Roeper. Überhöhtes Tempo, Hupkonzerte, zunehmender Lkw-Verkehr und eine neue Gefahrenstelle für Fußgänger beim Überqueren des Zabel-Krüger-Damms an der Einmündung Alt-Lübars gingen damit einher. Rademacher und Roeper beklagen dazu einen Bericht in der Abendschau des rbb im Januar, der „sehr einseitig“ aus Sicht der Anwohner des Alten Bernauer Heerweges ausgefallen sei. „Uns geht es darum, die Verkehrsströme sinnvoll und vielleicht etwas gerechter zu verteilen“, sagt Roeper.

SPD, Linke und Grüne hatten argumentiert, dass mit einer Öffnung des Alten Bernauer Heerweges für den Ortskern Lübars nichts gewonnen würde. Mehr Straßen bedeuteten gleichzeitig auch noch mehr Verkehr, hieß es. Über die weitere Entwicklung darf man gespannt sein.

Gefundene Standorte im Beitrag | Berlin, Reinickendorf