Freitag, 30. September 2022
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Aufbäumen gegen den Baumschwund

Aufbäumen gegen den Baumschwund
Bild: Heidrun Berger

Beim Thema Ankunftszentrum gibt es vielerlei Assoziationen, Befürchtungen und auch Befindlichkeiten. Das betrifft am KaBon-Gelände aber nicht nur die Reinickendorfer, ob Anwohner, Gewerbetreibende, Politiker, Journalisten … sondern ganz offensichtlich auch die betroffenen Stellen der Senatsverwaltung selbst. So ist es, wie im Artikel beschrieben, zum einen schon seltsam, wenn ganze Fragekomplexe bei der Beantwortung schlichtweg ausgeklammert zu werden scheinen und man nur auf zwei von drei Anliegen eine Erklärung bekommt, eben aber nicht auf das Nachhaken zur Sinnhaftigkeit von Bürger-Informationen. 

Gleichzeitig sah sich die Autorin zum anderen jedoch bei dem schwierigen Thema Abholzung auch noch mit einem faszinierenden Einblick in Behördendeutsch konfrontiert. So lautete die ursprüngliche Reaktion auf die Erkundigung nach der Anzahl der gefällten Bäume: „Gefällt wurden im Rahmen der Baumschutzverordnung (Genehmigung Bezirk) 13 Bäume (zehn Mal Spitz­ahorn, zwei Platanen). Im Rahmen der Waldumwandlung (Berliner Forsten) wurden 38 Bäume „umgewandelt“ […]“

Aha. Verstehe. Nicht… Das Gehirn versucht sich schon vorzustellen, wozu man einen Baum denn wohl abändern könnte, hängt sich aber nach kurzer Zeit auf. Doch die eindrucksvolle Erklärung folgt auf Nachfrage zum Glück wenig später: „Der Begriff Waldumwandlung stammt aus dem Berliner Waldgesetz: Das Beseitigen von Wald heißt dort ,Waldumwandlung‘.“ Umwandeln heißt also schlichtweg auch nur „weg“. Ich für meinen Teil möchte aus diesem Anlass ganz herzlich dazu anregen, den Behördensprech endlich und ein- für allemal … umzuwandeln!

Gefundene Standorte im Beitrag | Berlin, Reinickendorf