Freitag, 20. Mai 2022
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Alle Kleingärten im Bezirk bleiben erhalten

Alle Kleingärten im Bezirk bleiben erhalten

Märkisches Viertel – Die Regeln stellten die beiden Moderatoren der Stiftung SPI (Sozialpädagogisches Institut) gleich zu Beginn klar: Ausreden lassen, respektvoller Umgang, kurz fassen und beim Thema bleiben. „Hart in der Sache, aber freundlich zu der Person“, fasste Dr. Ingmar Dette die gewünschten Umgangsformen bei dem ersten Bürgerdialog zu den geplanten Modularen Unterkünften für Geflüchtete (MUF) im Fontane-Haus zusammen. Insgesamt klappte das sogar recht gut, obwohl es das Thema in sich hatte und das Publikum bunt gemischt und durchaus streitbar war. Eine Frau aus dem Publikum beklagte die Anfeindungen aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe obwohl sie Deutsche sei. Andere drückten ihre Angst vor den „ausländisch aussehenden Gruppen junger Männer“ aus, die an Kinderspielplätzen „herum sitzen“ würden.

Das Podium, bestehend aus dem Bezirksstadtrat Uwe Brockhausen, der Berliner Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach, und Michael Hilbold, der die fachliche Koordination und das Belegungsmanagement bei der Senatsverwaltung betreut, stellte sich nach einer informativen Einführung den Fragen des Publikums. Anschließend konnte man sich an verschiedenen Thementischen unter anderem bei er Senatsverwaltung, dem Bezirk und der Berliner Polizei weiter informieren und Fragen stellen.

Eingangs erklärte die Senatorin, dass bis 2020 rund 13.000 Plätzen zur Unterbringung Geflüchteter fehlen werden, da viele der provisorischen Containerbauten nun freigezogen werden müssten, damit die Flächen für den Wohnungsbau frei werden. Die Entscheidung, dass bereits von der vorherigen Landesregierung auf dem Karl-Bonhoeffer-Gelände geplante MUF nun anstelle des Tempelhofer Flughafens zum Berliner Ankunftszentrum zu machen, verteidigte sie vehement. Die  Unterbringung im provisorisch geteilten Hangar sei nicht länger zumutbar. „Na, und?“ raunte es vereinzelt aus dem Publikum und die Feststellung, dass der Standort in der Cité Pasteur als „zu laut“ von der Senatsverwaltung abgelehnt wurde, wurde mit Gelächter quittiert. „Wir wohnen doch auch da!“, warf eine Dame aus dem Publikum ein.

Michael Hilbold räumte mit dem Eindruck der durch Vandalismus der Geflüchteten ruinierten Turnhallen auf: Alle der belegten Turnhallen seien schon vor der Nutzung als Notfallunterkunft für die Sanierung vorgesehen gewesen. Axel Quitsch, Leiter des Abschnitts 11 der Berliner Polizei, berichtete von den Erfahrungen am MUF in der Bernauer Straße. Es habe im Vorfeld viele Bedenken gegeben, doch nichts davon habe sich bestätigt. Im Umfeld des MUF sei die Anzahl der Straftaten nach dessen Bezug sogar gesunken. 

Besondere Frustration machte sich breit, als der Bezirksstadtrat ausführte, dass auch die aus dem Publikum benannte Fläche einer Hundetagesstätte in Frohnau nicht so einfach bebaubar wäre – dank einer Erhaltungssatzung sei das Ortsbild dort besonders geschützt und die Bebauung mit einem mehrgeschossigen MUF nicht so einfach durchführbar. Bedenken der Kleingärtner konnte er beseitigen – das MUF am Paracelsus-Bad solle für nur bis zu 250 Personen ausgelegt werden, so dass keine Parzelle weichen müsse. Auch die anderen Kleingärten des Bezirks sollen erhalten bleiben.

Gefundene Standorte im Beitrag | Berlin, Reinickendorf