Montag, 30. Januar 2023
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Neuer Standort wird gesucht

Neuer Standort wird gesucht

Bezirk – Publik wurde es Mitte Februar: Der Senat will an 25 neuen Standorten in Berlin weitere modulare Unterkünfte für Flüchtlinge, kurz MUFs genannt, bauen. 2017 wurden fast 13.000 Flüchtlinge aus Notunterkünften in dauerhafte Wohnungen umgesiedelt, aber es fehlt immer noch Wohnraum. In jedem Bezirk sollen an zwei Standorten MUFs gebaut werden, nur in Neukölln werden drei entstehen. In Reinickendorf schlug der Senat neben dem Gelände am Senftenberger Ring 37-39, wo der Bau von 109 Wohnungen für rund 500 Menschen weitgehend abgeschlossen ist, weitere zwei Grundstücke für die Errichtung modularer Unterkünfte vor: Waidmannsluster Damm 12-14 und Rue Montesquieue 32-33 in der Cité Foch.

Das Grundstück am Waidmannsluster Damm, wo sich seit langem der Wohnmobil-Park Berlin befindet, ist aber inzwischen wieder aus dem Rennen, wie Bürgermeister Frank Balzer mitteilte. „Wir vom Bezirksamt Reinickendorf haben gleich gesagt, dass das Gelände ungeeignet ist“, so Balzer. „Zum einen ist das ein Schulreservestandort, zum anderen hat der Pächter einen längeren Mietvertrag mit Option.“ Ein anderer Standort muss deshalb her. In Frage kommen laut Balzer Grundstücke in der Cité Pasteur, in der Nähe des Paracelsus-Bades und auch auf dem Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik-Gelände an der Oranienburger Straße. 

Bislang sind berlinweit zehn MUFs fertig, weitere 19 in Planung oder Bau oder wie das im Märkischen Viertel fast fertig. Mit den 25 neugeplanten Unterkünften wird die Zahl auf 54 Standorte anwachsen. Bis im MV die ersten neuen Mieter einziehen, wird es aber noch eine Weile dauern. 

„Wir können davon ausgehen, dass die modulare Unterkunft am Senftenberger Ring sicher nicht vor August, vielleicht erst im September genutzt wird“, sagte Stadtrat Uwe Brockhausen. Ein Betreiber muss noch gefunden werden, zurzeit arbeiten die Gesobau und das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten an der europaweiten Ausschreibung. Mit Betreibern von Flüchtlingsunterkünften hat es immer wieder Ärger gegeben. „Das hat aber nur die Notunterkünfte betroffen, auch weil die Betreiber teilweise keine Erfahrung in diesem Bereich mitbrachten. Mit Betreibern im Dauerbetrieb haben wir gute Erfahrungen gemacht“, sagt Brockhausen. 

In Berlin leben rund 25.000 Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften, ein Zehntel davon in Notunterkünften (Stand Mitte Februar), wie der Sprecher des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten, Sascha Langenbach, rbb|24 mitteilte. In Reinickendorf leben laut Brockhausen derzeit 1.290 Flüchtlinge, damit viel weniger als in den Bezirken Lichtenberg (3.800), Pankow und Marzahn-Hellersdorf (jeweils 3.600), die hierbei die Tabelle anführen. „Zurzeit haben wir 89 freie Plätze“, sagte Stadtrat Uwe Brockhausen dieser Zeitung.

Gefundene Standorte im Beitrag | Berlin, Reinickendorf