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Montag, 17. Januar 2022
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Sicher radeln im Bezirk

Sicher radeln im Bezirk

Märkisches Viertel – „BREMSEN! Ein Kind rennt über die Straße! Bremsen!“ Dramatisch, aber meistens engelsgeduldig, übt Kommissar Michael Berger sein Zweirad-Publikum auf reale Verkehrssituationen ein. Berger ist Verkehrssicherheitsberater, und seine Klientel setzt sich diesmal aus gut 20 Viertklässlern der benachbarten Grundschule zusammen.

„Zum Bremsen die Hebel am Lenker drücken – davon habt ihr sogar zwei. Und immer schön rechts am Fahrbahnrand halten, aber nicht herumwackeln“. Doch derlei Fahrrad-Grundlagen sind nur der Anfang: Sofern seine Gefolgschaft die Balance-Basics halbwegs beherrscht, bringt Berger Vorfahrtsregeln, Wege-Nutzung sowie Links-Abbiegen ins Spiel. Und schließlich üben sie den Schulterblick und lernen, wie der tote Winkel über ein Radfahrer-Leben entscheiden kann. Jugendverkehrsschulen, früher auch „Verkehrskindergärten”, machen Kinder für den Straßenverkehr fit. Rund 16.000 junge Reinickendorfer erhalten dort Jahr für Jahr Verkehrsunterricht. Dabei kommt dem Fuchsbezirk eine besondere Stellung zu: Das Gelände an der Aroser Allee stellte die erste Jugendverkehrsschule in Berlin dar – und mit dem Senftenberger Ring verfügt Reinickendorf sogar über zwei Areale dieser Art.

Auf jeweils einem Übungsparcours, der mit Minifahrbahnen, Kreisverkehr, kleinen Verkehrsschildern und Ämpelchen realen Verkehrsflächen nachgebildet ist, können Kinder zwischen fünf und 14 Jahren verkehrssicheres Verhalten als Fußgänger und Radfahrer trainieren. Elke Buchmann leitet die beiden Verkehrsschulen und kümmert sich um Anmeldungen und Organisation für Kita-Gruppen und Schulklassen. Doch auch „Freies Fahren” ist Montag bis Freitag zwischen 14 Uhr bis 16 Uhr ohne Anmeldung möglich.

Dass die Verkehrsschulen ihren Jahresdurchsatz auch im ablaufenden Jahr erreichen konnten und wohl auch in den nächsten Jahren erreichen können, ist Ergebnis bezirklichen Engagements: Zu einem Runden Tisch hatte Bezirksstadtrat Tobias Dollase im Frühjahr Verantwortliche für Verkehrssicherheit eingeladen. Dollase gelobte dort weiteren Einsatz dafür, dass Engpässe behoben werden. Hinzu kommen viel ehrenamtliches Engagement sowie Ressort-übergreifende Kooperation. So konnte Baustadträtin Katrin Schultze-Berndt die Fahrbahnen in beiden Jugendverkehrsschulen MV und Aroser Allee neu asphaltieren und zeitgemäß markieren lassen und ist zuversichtlich, dass – sobald das Wetter es zulässt –auch die Linierung in der Aroser Allee noch fertiggestellt werden kann: „Wir haben Mittel aus dem Radwegeprogramm des Senats beantragt, um an der Lindauer Allee die Flächen zu erneuern.“

Noch ein heißer Tipp: Auch Kindergeburtstage lassen sich dort feiern. Es muss nicht immer Meck Dingsbumms sein.

Apropos Geschenke und Wünsche: Lehrpolizist Berger wünscht sich, dass Eltern mit ihren Kindern die Grundbegriffe des Radfahrens besser üben, denn es ist schon erstaunlich, dass immer weniger Kinder richtig Radfahren können. Kontakt: Aroser Allee 195, Tel. (030) 495 24 81, Senftenberger Ring 25 a, Tel. (030) 416 72 72 oder online unter. www.berlin.de/polizei/aufgaben/verkehrssicherheit/verkehrssicherheitsberatung

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