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Montag, 17. Januar 2022
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Hand in Hand für Akzeptanz

Hand in Hand für Akzeptanz

Märkisches Viertel/Bezirk – Seit gut zehn Jahren engagiert sich die Arbeitsgemeinschaft Demenzfreundliche Kommune Reinickendorf für demente Menschen. Harald Dudel sprach mit Uta Reiberg.

Frau Reiberg, Sie sind als Leiterin des Pflegestützpunkts im Märkischen Viertel ein Mitglied der demenzfreundlichen Kommune. Was bitteschön, darf ich mir darunter vorstellen? Ist das eine Art Wohngemeinschaft?

Nein, wir sind ein Zusammenschluss von Institutionen, die Beratung, Betreuung und Unterstützung für Menschen mit Demenz und ihren Bezugspersonen anbieten.

Wer beteiligt sich daran?

Vor allem Dienstleister in der Altenhilfe wie Pflegeheime, Pflegedienste, ein Betreuungsverein sowie ein Kirchenkreis, das Bezirksamt, die Kontaktstelle Pflege-Engagement sowie unser Pflegestützpunkt – um nur einige zu nennen.

Wie definieren Sie Ihr Ziel?

Wir erleben, dass Menschen mit Demenz und Angehörige sich aus Hemmungen, Ängsten und Schamgefühlen zurückziehen. Beispielsweise keine Restaurants , Einkaufsläden oder Freizeitstätten mehr besuchen. Wir wollen ihnen hingegen eine verstärkte und selbstverständliche Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.

Wie wollen Sie diese Akzeptanz erreichen?

Es geht darum, niedrigschwellige Aufklärungsarbeit für eine breite Zielgruppe zu leisten. Über Lesungen, Ausstellungen und Kino-Nachmittage wollen wir an das Thema Demenz heranzuführen und Ängste abbauen. Dazu treffen wir uns einmal im Monat. Derzeit planen wir für 2018.

Und was wollen Sie 2018 anbieten?

Wir wollen auf unsere bisherigen Angebote aufbauen und planen ergänzende Schulungen für pflegende Angehörige.

Wo klaffen die größten Informationslücken?

Viele helfende Angehörige kennen nicht die unterstützenden Angebote wie Pflegedienste, Gesprächskreise und Betreuungs-Möglichkeiten.

Wie sollte man im Umgang mit Demenzkranken reagieren?

Man sollte sich auf jeden Fall mit dem Krankheitsbild auseinandersetzen. Man muss sich immer wieder vergegenwärtigen, dass dieser Mensch krank ist und viele Dinge, die er früher konnte, nicht mehr kann.

Und wenn jemand den Eindruck hat, dass die eigene Oma dement wird…

… sollte er sich frühzeitig an einen Pflegestützpunkt wenden. Davon gibt es in Berlin 36. Und man muss die Diagnose abklären. Wir erleben immer wieder, dass Menschen nicht wissen, warum ihr Gedächtnis nachlässt und welche Form der Behandlung sinnvoll ist.

Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Interview Harald Dudel

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