Donnerstag, 01. Dezember 2022
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Fass‘ mich nicht an!

Fass‘ mich nicht an!

Bezirk – In Frohnau verunsichert seit dem Sommer ein verwirrter Mann in Frauenkleidern Kinder und Eltern. Rund um den Ludolfinger und Zeltinger Platz ist er unterwegs und spricht Kinder und dabei vorrangig Jungs an. Teilweise ist seine Ansprache aggressiv und verängstigt die Kinder. Seitens der Polizei wird geraten, bei derartigen Vorkommnissen Anzeige zu erstatten. Nun hinter jedem verdrehten Menschen einen Kriminellen zu vermuten, geht zu weit. Andererseits, wie kann ein Kind erkennen, dass eine Person zwar merkwürdig aber harmlos ist. Für Kinder ist eine solche Abwägung schwer durchführbar. Die Situation ist für das Kind beängstigend. Es sollte immer besser auf Abstand gehen. Und was ist, wenn ein Fremder ganz freundlich daherkommt und ihnen Süßigkeiten verspricht oder putzige Katzenbabys zeigen will. Wie können Kinder vor solchen Gefahrensituationen geschützt werden?

Kinder informieren und „trainieren“ sind die wirksamsten Methoden: Kindern muss erklärt werden, ohne Horrorszenenarien zu schildern, dass es Menschen mit schlechten Absichten gibt. Praktische Tipps sind: Das Kind sollte zu Autos Abstand halten, so dass es vom Autofenster aus nicht angefasst werden kann. Nicht ans Auto herangehen, auch wenn jemand etwas fragen will – egal ob Mann oder Frau. Will ein Fremder Hilfe beim Tasche tragen oder Weg zeigen, kann das Kind ruhig „unhöflich“ sein und weitergehen. Niemals darf das Kind zu Fremden ins Auto einsteigen, auch wenn angeblich Mama oder Papa im Krankenhaus liegen, oder der Fremde sagt, er sei von den Eltern beauftragt worden. Auf dem Schulweg können „Sicherheitsinseln“ – zum Beispiel Geschäfte – eingebaut werden, hier weiß das Kind, dass es Hilfe bekommt. Weitere Verhaltensregeln fürs Kind: Gehe mit Freunden zusammen – gemeinsam seid ihr stark. Mach auf Dich aufmerksam, wenn Du Dich bedroht fühlst! Schrei laut um Hilfe! Laufe direkt zu anderen Personen, um Dir Hilfe zu holen. Weglaufen ist nicht feige! Kommt Dir etwas verdächtig vor, informiere Deine Eltern und Lehrer. In Notfällen kannst Du jederzeit über Handy oder aus einer Telefonzelle den Polizeinotruf 110 anrufen.

Zudem: Starke und selbstbewusste Kinder sind besser vor Gefahrensituationen geschützt als ängstliche und unsichere Kinder. Wichtig ist: Gefahrensituationen erkennen, sich behaupten und sich zu verteidigen. Wer sein Kind in dieser Hinsicht stärken möchte, sollte über Präventions- und Selbstverteidigungsangebote nachdenken. So hat der Deutsche Jiu-Jitsu-Verband 2008 das Projekt „Nicht mit mir“ geplant und konzipiert. „Nicht mit mir!“ ist zunächst eine klare Aussage. Sie bedeutet, dass man etwas nicht möchte. Sie bedeutet auch, dass man etwas dagegen unternimmt! Beim Jiu-Jitsu Kindertraining vom TSV Wittenau beispielsweise fließen „Nicht mit mir!“-Prinzipien und -Methoden seit 2012 regelmäßig mit ein. Wer sich dazu informieren will, findet mehr dazu im Internet: www.tsv-berlin-wittenau.de/sportarten/indoor-outdoor/jiu-jitsu

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