Freitag, 30. September 2022
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CDU-Wittenau geht auf AFD-Wähler zu

CDU-Wittenau geht auf AFD-Wähler zu

Wittenau – Mitte Oktober sprach der CDU-Bezirksverordnete Björn Wohlert (29) im sozialen Netzwerk Facebook AfD-Wähler direkt an und lud zur Diskussion ein.

Wie erfolgreich war die Einladung zum persönlichen Gespräch?

Björn Wohlert: In den anschließenden Kommentaren zu diesem Post gab es eine sehr rege Diskussion. Ich habe zudem außerhalb von Facebook bereits viele Reinickendorfer mit AfD-nahen Positionen getroffen und mit ihnen gesprochen.

Was waren die konkreten Themen der Gespräche?

Björn Wohlert: Es ging vor allem um die Flüchtlingspolitik. In Wittenau leben zurzeit noch über 1.000 Geflüchtete, zwischenzeitlich waren es sogar bis zu 1.500. Ich bin ebenso wie viele Wittenauer Bürger der Auffassung, dass wir in unserem Ortsteil zu viele Geflüchtete haben. Die Integration von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive bis zum Kriegsende in ihren jeweiligen Heimatländern kann nur gelingen, wenn die soziale Infrastruktur in unserem Bezirk ausreicht. Der Senat ist aus meiner Sicht gefordert, sich bei der Verteilung der Geflüchteten im Land Berlin stärker nach den Strukturen und Ressourcen vor Ort zu orientieren.

Was werden Sie aus den vielen Einzelgesprächen, die Sie geführt haben, in die Bezirkspolitik mitnehmen?

Björn Wohlert: Die Bürger müssen gehört werden, sonst wächst die Entfremdung zur Politik. Das betrifft ausdrücklich auch die Zukunft der früheren Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik. Bislang hat der Senat die Anwohner nicht beteiligt bei der Erarbeitung des städtebaulichen Konzepts, das nun kurz vor dem Abschluss steht. Daher habe ich gemeinsam mit dem Wittenauer Abgeordneten Tim-Christopher Zeelen einen eigenen öffentlichen Aufruf gestartet. Dieser zeigte, dass eine dauerhafte Unterbringung einer so hohen Zahl von Geflüchteten im Wohnumfeld keine Akzeptanz mehr findet. Wir werden den Anwohnerwillen über entsprechende Initiativen im Berliner Abgeordnetenhaus und in der Bezirksverordnetenversammlung einbringen.

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