23,7 C
Berlin
Montag, 17. Januar 2022
Start Panorama Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Bezirk – Schlechter Zuschauerzuspruch? Ach was, es gibt fast gar keinen, auf jedem Friedhof ist mehr los. Wenn sich Tischtennisspielerinnen in Reinickendorf die Bälle um die Ohren schlagen, sieht das fast niemand. Nur der Freund oder Ehemann, die eigenen Kinder und vielleicht Mama oder Papa verlieren sich in der Halle der Grundschule am Schäfersee, da wo die Füchsinnen spielen, oder des Gabriele-von-Bülow-Gymnasiums am Tile-Brügge-Weg, wo die Truppe des VfL Tegel ihre Künste darbietet. Beide Mannschaften spielen in der Regionalliga Nord, immerhin der vierthöchsten Spielklasse in Deutschland, beide sind toll in die Saison gestartet und bieten guten Sport. Aber leider kommt keiner. Warum eigentlich?

„Das ist im Frauensport generell so, man hat das ja auch im Handball gesehen, wo die Spreefüxxe in der 1. Bundesliga vor maximal 500 Zuschauern gespielt haben, während unsere Füchse-Männer regelmäßig die Schmeling-Halle voll bekommen“, sagt Christoph Wölki, der Tischtennis-Chef der Füchse. „Und zum Tischtennis kommen ohnehin nur Zuschauer, die selbst den Sport betreiben, das ist im Eishockey völlig anders. Fast keiner der Besucher bei den Eisbären spielt selbst Eishockey.“

Schade für die Tischtennisspielerinnen. Die Füchse beendeten die letzte Saison als Meister, nahmen das Aufstiegsrecht in die 3. Bundesliga Nord aber nicht wahr. Das soll sich ändern. „Wenn wir es wieder schaffen, dann werden wir in die 3. Liga gehen“, sagt Wölki. „Schon allein wegen Sina Henning, die immer besser wird.“ Die 17-Jährige ist amtierende Berliner Meisterin und würde gern höherklassiger spielen. Und sie ist mit ihrer Mannschaft auf einem guten Weg. Nach sechs Spieltagen führen die Füchse die Tabelle mit 10:2 Punkten an, nur beim SC Poppenbüttel gab es Mitte Oktober eine 5:8-Niederlage für die Füchsinnen, für die neben Sina Henning die Nummer eins Olga Heinrich, Belana Gawolek, Katalin Jedtke und Sarah Diekow an den Tisch gehen.

Im Derby gegen den VfL Tegel hatte es Anfang September einen 8:5-Sieg für die Füchse gegeben – vor acht Zuschauern übrigens. Die Mannschaft von Coach Thomas Jajeh hat eine Partie weniger absolviert und belegt mit 7:3 Punkten Tabellenrang drei. Im Vorjahr war der VfL Sechster geworden. Der frühere Zweitligist aber hat keine Ambitionen auf eine höhere Spielklasse. „Das ist uns einfach zu teuer“, sagt Benoit Bosc-Bieme, der 1. Vorsitzende, der übrigens seit zehn Tagen mit der einstigen Spitzenspielerin Gaby Rohr verheiratet ist. Gaby Rohr wird auch im Kader geführt, würde allerdings nur antreten, wenn Not am Mann ist. So holen Alina Jajeh, Sarah-Madeleine Schrödter, Alina Shvorak, Katja Firat, Lisa-Sophie Steinhäuser und Alexandra Krenitz die Punkte für den VfL.

Zuletzt siegten die Tegelerinnen am 22. Oktober wie die Füchsinnen am Tag zuvor 8:4 gegen Hannover 96 II. Die nächsten Begegnungen bestreitet Tegel auswärts, am 18. und 19. November gegen die SG Marßel Bremen und in  Poppenbüttel. Die Füchsinnen empfangen schon am kommenden Sonntag (12. November) den Niendorfer TSV (14 Uhr, Grundschule am Schäfersee). Einfach mal hingehen, es gibt was zu sehen. bek

Gefundene Standorte im Beitrag | Berlin, Reinickendorf