Freitag, 20. Mai 2022
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Kleingebäck und Kaffee im Rathaus

Kleingebäck und Kaffee im Rathaus

Wittenau – [IA1] „Nie war es leichter, mit dem Reinickendorfer Bezirksbürgermeister ins Gespräch zu kommen…“, heißt es in der Einladung zum Tag der offenen Tür Reinickendorfer Rathaus, der Anfang Oktober im Sitzungssaal der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) stattfand. Wie viele Reinickendorfer würden sich diese Gelegenheit entgehen lassen? Um die Antwort vorweg zu nehmen – die Meisten.

Vor dem Sitzungssaal hatten Politiker der in der BVV vertretenen Fraktionen Tische mit Kleingebäck und Kaffee aufgebaut. Im historischen Sitzungssaal begann der Bezirksbürgermeister Frank Balzer mit der Begrüßung der Handvoll anwesender Bürgerinnen und Bürger. „Ich bin wegen der zugewucherten Parkanlagen hier“, sagte ein Reinickendorferin. In direktem Anschluss stellte Balzer die Abteilung Finanzen, Personal, Stadtentwicklung und Umwelt vor.

Auch kritische Anfragen wurden nicht umschifft und der Bezirksbürgermeister stand Rede und Antwort zu Problemkiezen, wie dem an der Auguste-Viktoria-Allee oder der Residenzstraße. In der Resi gibt es laut Balzer zu viele Spielcasinos und Wettbüros, an deren Vermieter der Bezirk aber nicht herankommt, weil sie meistens außerhalb von Berlin sitzen. Auf über sechzig Einladungen zu Gesprächen wären neben zwei Absagen keine Reaktionen gekommen.

Auf die Anfrage zur Begrünungspflege im Bezirk, merkte Bezirksbürgermeister Balzer an, dass das veränderte Klima den Wildwuchs an mehreren Stellen des Bezirkes fördere, da das Gartenbauamt ja jedes Jahr das Selbe leiste. Dann entschuldigte sich Balzer vor Ende seiner Redezeit zu einem weiteren Termin.

Nachdem sich nun die Gelegenheit zum Geplauder mit dem Bezirksbürgermeister erübrigt hatte, trat der AfD-Mann auf die Bühne. An dieser Stelle musste auch die RAZ zu einem weiteren Termin.

Beim Herausgehen präsentierte er sich dann doch noch: der regionalpolitisch interessierte Reinickendorfer. Mit Fahrradhelm und Hosenklammer, ein rüstiger Rentner. „Die müssen sich gar nicht wundern, dass die Leute die AfD wählen. Ich komme grad von der Thurgauer Straße, da brüllen sie schon wieder über den Fußballplatz, die meisten sind Ausländer.“ Ob er denn Protestwähler sei? „Nee, da müsst ich ja die nächsten vier Jahre ein schlechtes Gewissen haben, ich wähle seit zwanzig Jahren SPD. Und genau denen werde ich jetzt mal was erzählen.“ Sprach´s und verschwand durch die Rathaustür. ms

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